Mittwoch, 28. November 2007

Der Diebstahl

Nicht zu fassen, wie gastfreundlich die Natur uns hier empfängt. Jetzt wurden wir auch noch Opfer eines Diebstahls. Die inzwischen hergestellten Ersatzteile für unseren Emitter sind weg. Gestohlen von merkwürdigen Wesen, die die Dinger anscheinend zum Nestbau verwenden wollen. Sehen aus wie Bären mit Eulenköpfen, merkwürdige Tiere. Wobei mir nicht ganz klar ist, ob es sich dabei überhaupt um Tiere handelt, immerhin hat Taerix eine Methode gefunden, mit der man ihren Geist gegen die Strahlung unserer defekten Kristalle immunisieren kann. Was voraussetzt, dass sie überhaupt einen Geist haben.

Egal, vielleicht gibt es auch in dieser Gegend Überlebende. Eine Suchexpedition hätte also eh durchgeführt werden müssen, da können wir auch gleich Ausschau nach unseren Emitterersatzteilen halten.

Eine gute Nachricht gibt es wenigstens. Taerix hat einen Wirkstoff entwickelt, mit dem man die Strahlung des großen Energiekristalls in dem Gewässer, dass wir wegen seiner Farbe Silbersee getauft haben, neutralisieren kann. Damit sollte es uns gelingen, weitere Schäden an der Umwelt zu verhindern.

Samstag, 24. November 2007

Die Folgen des Absturzes

Es ist unglaublich, welche Verwüstungen der Absturz der Exodar angerichtet hat. Wir wissen nicht mal, ob wir die einzigen Überlebenden sind, oder ob es auch noch anderen Ortes einige Überlebende aus den Trümmern geschafft haben. Unsere Techniker arbeiten fieberhaft daran, unseren Nachrichtenemitter wieder in gang zu setzen, doch fehlen ihnen die Ersatzteile. Ich würde ja gerne helfen, doch hat Proenitus, unser Anführer, andere Dinge im Sinn. Die vielen Verletzten haben unseren Vorrat an Heilkristallen nahezu aufgebraucht, und wir brauchen dringend Nachschub. Außerdem hat die Strahlung unserer zerstörten Kraftkerne zu Mutationen der heimischen Flora und Fauna geführt. Aus vorher harmlosen Tieren und wunderschönen Blumen sind plötzlich mordlüsterne Bestien geworden und es schaudert mich beim Gedanken daran, dass dort draussen noch Verletzte sein könnten, die dieser feindlichen Umwelt hilflos ausgesetzt sind.

Natürlich habe ich mich also freiwillig gemeldet, bei der Verteidigung unseres Lagers mitzuwirken. Die reinste Sisyphusarbeit, aber noch hat unsere Botanikerin Taerix nicht herausgefunden, wie man diese Mutationen wieder rückgängig machen kann. Wenigstens aber hat unser Heiler Zalduun einen Ersatz für die Heilkristalle gefunden. Aus dem Blut der hier im Tal lebenden Motten lässt sich ein hervorragendes Serum gewinnen, dass erstaunliche Heilwirkungen zeigt.

Irgendwie gefällt es mir hier. Das Land übt einen unwiderstehlichen Reiz auf mich aus. Mir ist, als gehöre ich hierher. Etwas scheint nach mir zu rufen, mich zu locken, mich anzuziehen wie das Licht die Motte. Ich frage mich, ob ich die einzige bin, die diesen Lockruf spürt. Firmanvaar blickt mich jedes Mal so merkwürdig an, wenn ich in seiner Nähe bin. Ob er wohl dasselbe spürt wie ich?

Freitag, 23. November 2007

Die Rettung

Megelon fand mich unter Trümmern begraben. Der Absturz der Exodar hätte fast tödlich für mich geendet, doch hatte ich das Glück, nur eingeklemmt zu werden. Und doch - ohne Nahrung und nachdem meine wenigen Wasservorräte ausgegangen waren, hatte ich nur noch auf den Tod warten können. Mein alter Freund kam gerade noch rechtzeitig, und ich freute mich über seinen Anblick mindestens ebensosehr wie er sich über meinen. Und fragt mich nicht, wie er mich aus den Trümmern befreien konnte. Ich weiß es nicht mehr.

Um so besser erinnere ich mich an den Schlauch mit Wasser, den Megelon mir als nächstes reichte. Es schmeckte fremd, nach Mineralien und frisch, als sei soeben es aus einer Quelle entnommen worden. Und trug mit sich eine Verheissung, die mich im Innersten erschütterte, obwohl ich damals noch nicht verstand, was das zu bedeuten hatte.

Meine erste Begegnung mit der Welt, auf der wir notgelandet waren, wird mir für immer ins Gedächtnis eingebrannt bleiben.